Vom Wert der Taufe - Arne Freiherr von Hinkelbein

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Reichskonkordat von 1933
 

(Eine Betrachtung von Arne Freiherr von Hinkelbein -13.11.2019)


Als Reichskonkordat wird der am 20. Juli 1933 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich geschlossene Staatskirchenvertrag bezeichnet. In diesem völkerrechtlichen Vertrag wurde das Verhältnis zwischen dem Reich und der römisch-katholischen Kirche geregelt. Als Konkordat bezeichnet man einen Staatskirchenvertrag der römisch-katholischen Kirche. Das Reichkonkordat ist weiterhin gültig.

Das Reichskonkordat ist ein nach wie vor gültiger völkerrechtlicher Vertrag der Bund, Länder, deren Verwaltung, Gerichte und Gesetzgebung innerhalb des Staatsgebietes „Deutsches Reich“ bindet. Nichts darf im Widerspruch zum kanonischen Recht (Kirchenrecht) stehen. Das Reichskonkordat transformiert innerstaatliches Recht.

Nach katholischer Lehre und katholischem Kirchenrecht hat Christus als Gesetzgeber die K i r c h e n v e r f a s s u n g geschaffen und damit die katholische Kirche gegründet (Can. 100 § 1), den Papst als seinen Stellvertreter auf Erden und Nachfolger Petri gesetzt (Can.218 § 1), die Bischöfe als Nachfolger der Apostel eingesetzt (Can. 329 § 1) mit Weihegewalt (Can. 948), Reinigungsgewalt (Can. 196, 335) und Lehrgewalt (Can. 1322ff.), die kirchliche (monarchische Hierarchie) geschaffen (Can. 108 ff.), ebenso die scharfe Zweiteilung von Clerus und Laien (Can. 107, 948). Christus setzte als Gesetzgeber die sieben Sakramente ein (Can. 731)

Als Staatskirche ist die katholische Kirche die letzte Organisation des Deutschen Reiches. Eine Taufbescheinigung ist ein amtliches Dokument der Staatskirche des Deutschen Reiches und gliedert den Täufling und Inhaber der Bescheinigung dem Rechtskreis des Deutschen Reiches ein. Der Rechtskreis des Deutschen Reiches darf nicht im Widerspruch zum Kirchenrecht stehen.

Artikel 1 Reichskonkordat
Das Deutsche Reich gewährleistet die Freiheit des Bekenntnisses und der öffentlichen Ausübung der katholischen Religion.
Es anerkennt das Recht der katholischen Kirche, innerhalb der Grenzen des für alle geltenden Gesetzes, ihre Angelegenheiten selbständig und zu ordnen und zu verwalten und im Rahmen ihrer Zuständigkeit für ihre Mitglieder bindende Gesetze und Anordnungen zu erlassen.

Artikel 16 Reichskonkordat
Bevor die Bischöfe von ihrer Diözese Besitz ergreifen, leisten sie in die Hand des Reichsstatthalters in dem zuständigen Lande bzw. des Reichspräsidenten einen Treueid nach folgender Formel:

»Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, dem Deutschen Reich und dem Lande... Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und vorn meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge (um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.«

Artikel 29 Reichskonkordat
Die innerhalb des Deutschen Reiches wohnhaften katholischen Angehörigen einer nichtdeutschen völkischen Minderheit werden bezüglich der Berücksichtigung ihrer Muttersprache in Gottesdienst, Religionsunterricht und kirchlichem Vereinswesen nicht weniger günstig gestellt werden, als der rechtlichen und tatsächlichen Lage der Angehörigen deutscher Abstammung und Sprache innerhalb des Gebietes des entsprechenden fremden Staates entspricht.

Artikel 33 Reichskonkordat
Die auf kirchliche Personen oder kirchliche Dinge bezüglichen Materien, die in den vorstehenden Artikeln nicht behandelt wurden, werden für den kirchlichen Bereich dem geltenden kanonischen Recht gemäß geregelt.
Sollte sich in Zukunft wegen der Auslegung oder Anwendung einer Bestimmung dieses Konkordates irgendeine Meinungsverschiedenheit ergeben, so werden der Heilige Stuhl und das Deutsche Reich im gemeinsamen Einvernehmen eine freundschaftliche Lösung herbeiführen.

Vom Wert der Taufe

Durch die Taufe erhält der Mensch die PERSON Jesu und ist freigesprochen von Schuld! Alle Schuld ist bezahlt. Zugleich wird ein neuer Mensch (überirdisch) geboren und erhält die Person Jesus von Nazareth als Rüstung. Der alte Mensch, der registriert wurde beim Standesamt und dem eine erschaffene PERSON zugeordnet wurde, ist mit der Taufe gestorben. Die Taufurkunde ist zugleich ein amtlicher „Totenschein“.
Die vom Standesamt erstellte PERSON, die dem Menschen angedichtet wird, ist mit dem Ritual der Taufe gestorben- für tot erklärt.

Alle Menschen sind in Christus-PERSON gleich, nach kanonischem Recht, OHNE ANSEHEN der Person. Auf diese Weise wirkt der Mensch in Person - als physische Person (natürliche PERSON).

Der Staat verliert die Rechte des Zugriffs auf die PERSON, denn niemand kann von einem „Gestorbenen“ noch etwas fordern, kein Schuldner, kein Finanzamt, keine Verwaltung. Jeder Mensch wird unantastbar, außer bei Verstoß gegen göttliche Gebote, dem Gemeinrecht, gegen die 10 Gebote.

Pässe, Reisedokumente und sonstige Ausweise des Staates weisen eine „tote“ PERSON aus und aus diesem Grund handelt es sich um Falschbeurkundungen.

Welcher Gerichtsbarkeit unterliegt ein getaufter Mensch?

Es ist festzustellen, daß der Mensch am Tage seiner Taufe gestorben ist und begraben wurde. „Ein Begräbnis hat Vorzeigefunktion für die Umwelt. Es macht den Sterbefall zu einem unübersehbaren öffentlichen Faktum und stellt damit einen Rechtsvorgang dar.“ „Die Taufe bescheinigt „amtlich“ das Gestorbensein mit Jesus.“ (WStB, S. 129) Die Rechtfolge ist (vgl. Rö 7,1-6), daß mit dem Tod jeder Anspruch an den Verstorbenen erloschen ist. Niemand kann noch etwas von ihm wollen, kein Finanzamt, kein Kreditgeber, kein Strafverfolger. Der Tot bewirkt das Ende des ganzen Systems von Verbindlichkeiten. Sterben ist Befreiung der Sünde und der Anfang der Freiheit! „Dieses geistliche Sterben ist durchschlagender, unwiderruflicher und weitgreifender als körperlicher Tod.“ (WStB, S. 141) Jo 5,24

Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt (V. 6). Der alte Mensch ist unser ganzes Ich-haftes Wesen. Gemeint ist nicht speziell der menschliche Körper, die menschliche Persönlichkeit, sondern seine alte Natur, der ganze Mensch, wie er leibt und lebt, mit allem was er angerichtet und ausgerichtet hat, und dem er sich nicht mehr entziehen kann. Er unterliegt nicht dem Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland!

Das System hat kein Anrecht mehr an den Menschen, seine Forderungen sind illegal.

Bei der geistigen (übernatürlichen) Wiedergeburt des Menschen, die durch die Taufe bewirkt wird, wird Jesus der legale Herr des getauften Menschen!

Mit der Taufe beginnt das übernatürliche Leben in Christus und das Recht der persönlichen Freiheit, gegen die Übergriffe des Staates, denn der Mensch gilt als legal ausgebürgert. Der Staat darf nicht willkürlich verfahren. Das naturgegebene Recht auf Sondereigentum, eingeschlossen das Erbrecht, muß immer unberührt und unverletzlich bleiben, da der Staat es zu entziehen keine Macht hat. Der Mensch ist älter als der Staat. Er besitzt unantastbare Rechte, die allen irdischen Regierungen vorausgehen und nicht durch menschliche Gesetze aufgehoben werden können. Sie sind durch das Gesetz Gottes entstanden.

Aus göttlicher Anordnung leitet sich die Gewalt der Kirche ab, die das Rechts- und Gewissensgebiet in gleicher Weise umgreift und die sich näherhin als Lehr- und Zuchtgewalt, als Gesetzgebungs- und Verwaltungsmacht charakterisiert und in gleicher Weise auch die umfassende Gewalt sakramentaler und nicht sakramentaler Heilsvermittlung in sich birgt. (vgl. can 196 und Konst. Pius' VI "Auctorem fidei" vom 28. Aug. 1794)

Eine Gerichtsverhandlung ist eine Art "Prüfung" von selbst ernannten Machtmenschen. Es wird geprüft, ob der "Angeklagte" dem Christentum unterliegt oder dem Talmud. Christen haben nichts verloren in einem Gerichtssaal, denn ihr Richter ist Jesus, Gottes Sohn, das Reich Gottes als „Rechtsstaat“ der Freien und Gleichen, die nicht nach Willkür, sondern nach der Gerechtigkeit beurteilt werden. Eine staatliche Gerichtsverhandlung unterliegt immer dem Talmud.

Hier werden Geltungsansprüche mit Macht behauptet, öffentliche Pranger treten an die Stelle von Gerichten. Die Tribunalisierung der Gesellschaft zeigt, dass Menschen an die Stelle Gottes getreten sind. Ihr Gerechtigkeitsgefühl ist leitend, ihr Anspruch, Weltgerichtsverfahren vorzusitzen, fast schon selbstverständlich geworden.

Daher muß die Sache bei einem "echten" Christen immer niedergelegt werden. Niemand darf seinem gesetzlichen Richter entzogen werden. Can. 96 regelt den gesetzlichen Richter, er muß von der Kirche bestimmt werden.

Can. 96 — Durch die Taufe wird der Mensch der Kirche Christi eingegliedert und wird in ihr zur Person mit den Pflichten und Rechten, die den Christen unter Beachtung ihrer jeweiligen Stellung eigen sind, soweit sie sich in der kirchlichen Gemeinschaft befinden und wenn nicht eine rechtmäßig verhängte Sanktion entgegensteht.

Das Priestertum steht über dem Staat, sodaß der Staat sich nach dem Willen der katholischen Kirche richtet. Die Rechte der Kirche sind im Reichskonkordat vom 20. Juli 1933 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich verfasst. Alle Kirchen, unabhängig ihrer Konfession, unterliegen auch der katholischen Kirche.

Richtereid in Deutschland:

"Ich schwöre, das Richteramt getreu dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und getreu dem Gesetz auszuüben, nach bestem Wissen und Gewissen ohne Ansehen der Person zu urteilen und nur der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dienen, so wahr mir Gott helfe."

Bedeutend sind die Worte: "ohne Ansehen der Person" und "....so wahr mir Gott helfe". Der Grund dafür ist, wenn eine "Person" kein "Ansehen/Respekt" bekommen, dann bekommen das nur Menschen. Daher ist zu empfehlen als Mensch vorzugehen und die Würde des Menschen in den Vordergrund zu heben.

Mit der Erklärung vor einer Gerichtsverhandlung: "Ich nehme Ihren richterlichen Eid an und akzeptiere ihn für erhaltenen Wert", wird der Richter in den Rechtskreis des Menschen gezogen und es verpflichtet den Richter, nach göttlichen Vorgaben zu handeln, also nach den 10 Geboten (Gemeinrecht).

§ 3. Die Lehre von der Gewaltübertragung nach geltendem Recht

Aus göttlicher Anordnung leitet sich die Gewalt der Kirche ab, die das Rechts- und Gewissensgebiet in gleicher Weise umgreift und die sich näherhin als Lehr- und Zuchtgewalt, als Gesetzgebungs- und Verwaltungsmacht charakterisiert und in gleicher Weise auch die umfassendste Gewalt sakramentaler und nicht sakramentaler Heilsmittel in sich birgt.
 

Die Taufe Römer 6 – eine Rechtsbelehrung
Steffen Creutz
https://www.cgfg.de/media/lehrthemen/Auswahl/Die_Taufe_R%f6mer_6_%96_eine_Rechtsbelehrung

Römer 6,1-11
Was sollen wir nun sagen? Sollten wir in der Sünde verharren, damit die Gnade zunehme? 2Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben? 3Oder wißt ihr nicht, daß wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? 4So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln. 5Denn wenn wir verwachsen sind mit der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch mit der <seiner> Auferstehung sein, 6da wir dies erkennen, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, daß wir der Sünde nicht mehr dienen. 7Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde. 8Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, 9da wir wissen, daß Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn. 10Denn was er gestorben ist, ist er ein für allemal der Sünde gestorben; was er aber lebt, lebt er Gott. 11So auch ihr: Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus!

Das Scharnier
Gott hat niemals daran gedacht, dass unser Glaube nur eine theoretische Angelegenheit sei, ohne tatsächliche Auswirkung für unseren Alltag. Seine Absicht ist, dass unser Glaube unser Leben so kraftvoll bewegt, dass es zu einer wirklichen Besserung des Alltages kommt. Vergleichen wir einmal im Bild unser Leben mit einem großen Gartentor. Dieses Tor kann nur dann bewegt werden, wenn es mit der Gartenmauer durch ein entsprechendes Scharnier verbunden ist. Dieses Scharnier ist für unser geistliches Leben ein vollständigeres Begreifen des Erlösungswerkes Jesu in seinen Rechtsfolgen. Im Römerbrief, Kapitel 6, legt der Apostel Paulus dieses Scharnier frei.

Der Weg
Häufig wird der Weg zur Besserung des Alltages durch die Steigerung des Imperativs eingeschlagen. Das heißt dann: mehr Bibel lesen, mehr beten, mehr Lobpreis, gründlicher beichten, disziplinierter leben, selbstloser dienen usw.. Der göttliche Weg führt jedoch nicht über Forderungen, sondern über das Erkennen der Wahrheit.(Jo 8,32) Paulus stellt in Römer 6 in den ersten 10 Versen keine einzige Forderung, sondern schreibt eine Rechtsbelehrung.
 
 
Der Zeitpunkt
Die Taufe gehört unmittelbar an den Anfang des Christseins: „Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen...“ (Apg 2,41). Sie wird sofort nach der Bekehrung vollzogen. Weder an dieser Stelle, noch bei dem Äthiopier oder bei Kornelius oder dem Kerkermeister ist von einem „Taufunterricht“ die Rede. Die Bekehrung ist der entscheidende Vorgang, dem Taufe und Geistesempfang sogleich folgen. Taufe ist nicht der Abschluss einer christlichen „Weiterbildung“, sondern gehört zum Beginn der Glaubensbeziehung mit Jesus. Die gründliche Unterweisung in der „Lehre der Apostel“ geschieht in der bereits getauften und geisterfüllten Gemeinde, die in einer Bruderschaft zusammengefasst ist. Hierbei wird auch deutlich, dass die Glaubensbeziehung zu Jesus immer auch eine Beziehung zu seiner Gemeinde ist. Die Taufe geschieht nicht umsonst durch einen Vertreter der Gemeinde. Unverbindliche und unabhängige Privatfrömmigkeit scheidet von nun an aus.

Ein Heilshandeln Gottes?
 
In aller Regel hält das NT die Passivform „getauft werden“ ein (wie V. 3). Die Formulierung erklärt sich aus dem Kontrast zu den jüdischen Waschriten. Es steckt kein verhüllter Hinweis auf Gottes heilswirksames Handeln in der Taufe dahinter! Schon Johannes der Täufer hat das nachhaltig zurückgewiesen und das NT überliefert seine Aussage in allen Evangelien aufmerksam: „Ich (ich, Johannes, nicht Gott) taufe euch... der aber nach mir kommt...(Gott) wird euch mit Heiligem Geist taufen.“ Außerdem waren die Getauften selbst sehr aktiv: sie kamen zur Taufe, sie kehrten um, sie gaben Gott Recht, sie bekannten ihre Sünden, sie verachteten den Ratschluss Gottes nicht, sondern betraten bereitwillig seinen Weg. (Mk 1,5+9; Lk 7,29+30, 10,9+12ff; Apg.2,21; Joel 3,5)

Die Veröffentlichung
 
Zur Taufe gehört jedoch eine Angabe worauf sie geschieht, ein Wort der Deutung. Unter verschiedenen Abwandlungen, aber doch eindeutig, geschieht die christliche Taufe auf Jesus Christus und zwar auf seinen Tod am Kreuz hin (V. 3). Der Höhepunkt des Lebens Jesu lag nach dem Willen des Vaters in seinem Sterben für die Sünde der Welt. Ohne diesen Sühnetod wäre Jesus überhaupt nicht der Christus. Hörer, die das Wort des Evangeliums (Wort des Gerichtes und der Gnade) hörten, ließen sich auf ihn, auf seinen Tod taufen (Apg 2, 37+38+41). Damit veröffentlichten Sie ihre Glaubensbeziehung zu Jesus. Die Taufe ist also mein öffentliches Bekenntnis, dass ich an Jesus Christus gläubig geworden bin. Taufe ist nicht das „von neuem Geborenwerden aus Wasser und Geist“ (Jo 3,5). Die Neugeburt geschieht durch Gottes Heilshandeln bei der Bekehrung (Siehe unter „Neuheit des Lebens“)! Taufe setzt die Glaubensbeziehung voraus – und damit auch kein bestimmtes Alter.

Die Rechtsfolgen eines Sterbefalls
Die Aussage V. 2: „Wir starben der Sünde“ durchzieht den gesamten Abschnitt (V. 2,5,6,7,8,11). Paulus verwendet häufig das Bildwort vom geistlichen Sterben. Was ist gemeint? Das Sterben lässt sich ja unterschiedlich betrachten. Aus Sicht des Sterbenden und seiner Angehörigen steht eher der psychologische Aspekt (Abschied, Schmerz, Verlust, Trauer) im Vordergrund. Wenn ein Arzt einen Totenschein auszufüllen hat, sieht er den Sterbefall aus medizinischer Sicht. Paulus aber denkt an die Rechtsfolgen eines Sterbefalls (besonders dann Rö 7,1-6). Mit dem Tod erlischt jeder Anspruch an den Verstorbenen. Niemand kann noch etwas von ihm wollen, kein Finanzamt, kein Kreditgeber, kein Strafverfolger. Nur von einem Lebenden kann man etwas holen. Der Tote entwischt dem ganzen System von Verbindlichkeiten. Sterben verändert die Rechtslage radikal. Sterben ist Befreiung. Wir sind der Sünde gestorben ist unser Freiheitsschrei!

Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt (V. 6). Der alte Mensch ist unser ganzes Ich-haftes Wesen. Gemeint ist nicht speziell der menschliche Körper, die menschliche Persönlichkeit, sondern seine alte Natur, der ganze Mensch, wie er leibt und lebt, mit allem was er angerichtet und ausgerichtet hat, und dem er sich nicht mehr entziehen kann.

Das Königreich der Sünde existiert jedoch weiter. Seine Strukturen umgeben uns von allen Seiten. Das Böse belästigt uns. Es will uns ermüden, bis wir wieder so funktionieren wie früher. An dieser Stelle ist - wenn irgendwo - Widerstand zu leisten! Wir stehen zu diesem System in keiner Schuldigkeit mehr. Das System hat kein Anrecht mehr an uns, seine Forderungen sind illegal. Jesus ist unser legaler Herr! Wir werden nicht mehr im System dieser Welt der Sünde leben. Niemand kann zwei Leben gleichzeitig leben. Jesus gibt mir im Gläubigwerden nicht seinen kleinen Finger, um mir später, nach einer Extrabehandlung, zusätzlich alles zu schenken. Er gibt sich selbst und zwar ganz. Sein Sterben war rechtlich voll gültig und mein Glaube bekommt daran den vollen berechtigten Anteil. „Dieses geistliche Sterben ist durchschlagender, unwiderruflicher und weit greifender als körperlicher Tod.“ (WStB, S. 141) Jo 5,24 erfüllt sich: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, ...ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“

Das Begräbnis
Wir sind mit Jesus mitbegraben worden durch die Taufe auf (in) seinen Tod (V. 4). Wir wurden natürlich nicht selber getötet oder ertränkt. Wir wurden „mitbegraben“. Die beiden Wörter „getauft – mitbegraben“ erscheinen wie ineinander geschoben. Getauftsein ist Mitbegrabensein. Taufe ist Begräbnis! Das Begräbnis hat gegenüber dem Sterben einen anderen Sinn. Es ändert nichts mehr am Sein des Gestorbenen. Es steigert das Totsein nicht, der Tote wird nicht noch toter. Es geht um die Geltung des Gestorbenen. Das Begräbnis macht die Realität des Todes unwidersprechlich. Wir werden getauft um tot zu sein, nicht um zu sterben – nur Tote werden beerdigt! „Ein Begräbnis hat Vorzeigefunktion für die Umwelt. Es macht den Sterbefall zu einem unübersehbaren öffentlichen Faktum und stellt damit einen Rechtsvorgang dar.“ „Die Taufe bescheinigt „amtlich“ unser Gestorbensein mit Jesus.“ (WStB, S. 129) Wozu das? Vers 4b beginnt mit einem Damit-Satz. Es geht um die Lebensführung nach der Taufe. Das Mitbegrabenwerden hat göttliche Absicht: „damit, wie Christus auferweckt wurde von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, ebenso auch wir in der Neuheit des Lebens wandeln.“

Die Neuheit des Lebens
Im „Zweiergrab mit Jesus“ herrscht nicht Verwesung sondern Verheißung. Mein Glaube bindet mich an den Gekreuzigten, an seinen Tod und an sein Leben. Ich bin mitgekreuzigt, mitbegraben durch die Taufe in den Tod und - Jesus entsprechend – auch mitauferstanden! (V. 6+8; Kol 2,12) Der Gemeinschaft im Tod und Grab folgt die Lebensgemeinschaft in der Auferstehung. Es geht jetzt um eine neue Lebensqualität, die Jesus ans Licht gebracht hat. „Der einmaligen Aufhebung der Sündenmacht im Sterben Jesu steht nun das durchschlagend Neue seines Lebens als Auferstandener gegenüber. Es ist ungetrübtes, lichtvolles, sprühendes Leben, einzigartig geprägt vom ersten Gebot und von den ersten drei Bitten des Vaterunsers: Leben für Gott. Als bereits vollauf gesättigte Wirklichkeit ist es in Kraft. Es bildet den eigentlichen Garanten christlichen Seins in dieser Welt, widerständig gegen alles Widrige das genannt werden mag: Christus stirbt nicht mehr!“ (WStB S. 132)

Wenn ich Jesus im Glauben als meinen Herrn annehme, nimmt Gott das nicht nur hin, sondern er greift von außen ein: ich werde durch die Kraft des Heiligen Geistes von neuem geboren und versiegelt. Ich gehöre jetzt dem Gekreuzigten und bin legal ausgebürgert aus dem Reich der Sünde und des Todes und versetzt in den Macht- und Segensbereich Jesu. Ich habe von nun an eine andere Umlaufbahn um eine andere Sonne, die mich zu einem alternativen Lebensstil befreit: ich wandle in Neuheit des Lebens, in einem göttlichen Leben, im Auferstehungsleben des Auferstandenen, in der Neuheit des Geistes. Er lebt in mir und ich in ihm. Ich habe Christus angezogen und er wirkt sein Auferstehungsleben in mir aus!

Die Neue Grundstellung
Im Vers 11 ertönt der erste Imperativ: „Ebenso auch ihr: Begreift euch selber (in einem Glaubensurteil) als Tote der Sünde (gegenüber), dagegen als Lebende für Gott in Christus Jesus.“ Das mit Begreifen übersetzte griech. Wort (Elberfelder: „haltet euch“) meint weniger schöpferisches als gehorsames Denken. Wir hören die Wahrheit des Wortes Gottes, wir haben mitgedacht und haben uns vom Sachverhalt in allen seinen Zusammenhängen überzeugen lassen. Jetzt lassen wir ihn in aller Ruhe und voller Breite gelten! Wir stimmen in unserem Denken mit der Wahrheit überein und wenden sie im Gehorsam auf unser tägliches Leben an. Wir verbinden uns mit der Wahrheit und nehmen im Glauben eine neue „Grundhaltung oder -stellung“ in Christus ein. Jesus sagt: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit (nicht die moralische Anstrengung!) wird euch frei machen.“ (Jo 8,32)
 
Quellenangabe: Wuppertaler Studienbibel, Römerbrief, erklärt von Adolf Pohl
 
 
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